Tomás Luis de Victoria – Requiem
Eigentlich habe ich es nicht so mit geistlicher Musik. Doch schon als Kind haben Chöre immer eine große Faszination auf mich ausgeübt. Wenn Harmonien aus einem eingespielten Münderkollektiv quellen, bin ich Feuer und Flamme. Aus ein wenig eigener Erfahrung aus dem stets überforderten Schulchor, weiss ich, das ein guter Chor einiges leisten muss. Wie wichtig es ist aufeinander zu hören und sich in das große Ganze einzufügen.
Sicherlich haben sowohl große als auch kleine Chorbesetzungen mit ihren ganz eigenen Herausforderungen zu kämpfen. Bei der Interpretation des Requiems von Tomás Luis de Victoria sind nur 12 Kehlen am Werk. The Tallis Scholars unter der Leitung von Peter Phillips. Vier Stimmen im Sopran, Zwei Altstimmen, Vier Tenöre, Zwei Bässe.
Das erste Wort, dass mir zum Gehörten einfällt ist Klarheit. Diese Transparenz ergibt sich sicherlich zum Teil durch die Ensemblegröße, was den Eindruck und die transportierte Kraft jedoch keineswegs schmälert. Unglaublich schön, wie hier ein Zahnrad ins Nächste greift ohne Unnatürlich zu wirken, wie homogen des Ensemble trotz aller Durchhörbarkeit klingt. Vielleicht kann man dieses Wort dann doch einmal gebrauchen: sublim.
Auf YouTube kann man sich übrigens die komplette CD anhören, in eingeschränkter Tonqualität natürlich.

