All that Jazz!
Ich möchte schon lange mal wieder etwas über Musik zu schreiben. Dummerweise sind es immer die Zeiten in denen ich besonders viel lerne, arbeite, recherchiere und studiere in denen ich auch besonders viel Musik höre. Und dementsprechend wenig Zeit bleibt dann noch, um hier etwas aufzuschreiben.
Zu meiner Liebe zur klassischen Musik ist die Liebe zum Jazz getreten. Ich vermute diese Entwicklung ist im Grunde unvermeidbar. Wer sich mit klassischer Musik beschäftigt wird man immer wieder mit der Nase auf den Jazz gestoßen, umgekehrt ist es vermutlich ebenso.
Beide Musikarten, der Jazz und die Klassik, sind der Inbegriff des Analogen. Einfach Klang, einfach Musik. Töne die vernünftige Klangkörper aus Holz verdienen. Eine Docking Station ist hier fehl am Platz. Töne, die ich nach mehreren Jahren des Mp3-Hörens und Erwerbens nun wieder ausschließlich auf CDs kaufe und sammle. Denn das Analoge möchte aus dem Regal gezogen werden, sortiert werden, gestapelt werden. So kriegt jede Aufnahme eine Geschichte. Wenn ich Mahlers Neunte Sinfonie aus dem Regal ziehe, erinnere ich mich genau an die Aufnahmenempfehlung des Schweizer Radiosenders, die eindrücklichen ersten Minuten des ersten Satzes, den Ländler, der unglaubliche vierte Satz, an eine Beerdigung, an eine Busfahrt, ein Brillengestell und eben an eine bestimmte Stelle im Musikregal.
Als ich anfing, wieder CDs zu kaufen, habe ich alle digitalen Bestände an klassischer Musik gelöscht. Weg. So konnte ich mich auf jede neue Aufnahme freuen und einlassen. Natürlich habe ich diese CDs dann doch wieder digitalisert, schließlich möchte ich auch unterwegs Musik hören. Doch die digitale Version ist nun einfach nur eine praktische Verlängerung meines Musikregals. Das passt. Ähnlich befreiend fühlte es sich übrigens an, vor einigen Wochen meinen ganzen Kram von Apple zu verscherbeln. Hier ist nun wieder alles frei und quelloffen und ich komme mir nicht mehr wie ein ewiger Kunde vor, wenn ich am Computer sitze. Aber das ist eine andere Geschichte…
Der erste Schritt am Fuß eines riesigen Berges. Und der zweite Berg schon, dessen Gipfel ich vermutlich nie erklimmen werde, doch bei dem jeder erreichte Höhenmeter jegliche Mühe vergessen macht.
PS. Die Alben aus diesem Beitrag kann man alle blind kaufen. Und mit gutem Holz hören.


