Klassische Philharmonie Bonn
So, bevor ich es jetzt ganz vergesse, muss ich hier noch ein paar Worte zu meinem Konzertbesuch am vergangenen Dienstag verlieren. Da spieltenämlich die Klassische Philharmonie Bonn in der Oetker Halle. Als kleines Warm-Up gab es die Alceste Ouvertüre von Gluck, danach das bekannte Klavierkonzert von Grieg. Nach der Pause schließlich die berühmte Eroica, die 3. Sinfonie von Beethoven. Ein äusserst populäres, fast schon populistisches Programm also, so weit so gut.
Mit Glucks Ouvertüre war ich noch gar nicht vertraut, hatte an dem rund 7 Minuten langen Stück auch nicht viel auszusetzen, es hat mich allerdings auch nicht mitgerissen und die Interpretation wirkte auf mich etwas arg diktiert und – naja – etwas streberhaft. Diesen Takt spielen wir LAUT, den nächsten ganz leise, dann wieder LAUT und so weiter. Danach kam es zu Griegs Klavierkonzert, auf das ich mich sehr gefreut hatte, da es mein erster Besuch eines Klavierkonzerts überhaupt sein sollte und Griegs Konzert zu einem meiner ersten klassischen Wegbegleiter gehört. Aber das ist es wahrscheinlich für sehr viele Leute, sogar solche, die gar nichts davon wissen.
Leider war diese Interpretation allerdings die Enttäuschung des Abends. Die Solistin (deren Namen ich leider nicht weiss, da ich keine Gelegenheit hatte mir ein Programmheft zu besorgen und den ich auch in der Online-Konzertbeschreibung nicht finden kann) wirkte auf mich stets etwas überfordert, auch ihretwegen waren manche Tempi, nach meinem Erachten, viel zu langsam. Gerade der zweite Satz schleppte und schleppte sich. Auch das Zusammenspiel zwischen Orchester und Klavier harmonierte nur leidlich, stets hatte ich das Gefühl das die jeweils eine oder andere Partei gerade knapp am Einsatz vorbei schrammte. Der dritte Satz wurde dann glücklicherweise doch noch recht flott dirigiert, gelang besser, doch der negative Gesamteindruck überwog. Schade eigentlich, da die Solistin ihr virtuoses Können während ihrer Zugabe durchaus unter Beweis stellte.
In der zweiten Hälfte dann die Eroica, mit der ich mich bisher nie so richtig anfreunden konnte, obwohl ich sie durchaus ab und zu ganz gern höre. Aber sicher kein Beethoven-Favorit für mich. Die 3. Sinfonie war dann wieder solide, ja größtenteils sogar ziemlich gut musiziert, wie ich fand. Jedenfalls konnte ich hier aufmerksam und durchaus gebannt zuhören, ohne dauernd mit der Stirn zu runzeln oder meine Beine in den engen Sitzreihen hin- und her zu sortieren. Die Oetker Halle war nicht ausverkauft, dennoch schien es der überwiegenden Mehrheit des Publikums sehr gefallen zu haben. Zeigt ja auch, das meine Eindrücke natürlich rein subjektiv sein können. Doch nicht nur das: Die Zuhörerschaft war diesmal auch erstaunlich unruhig. Vielleicht hat es mit dem Herbstbeginn zu tun, jedenfalls wollten erstaunlich viele Kehlen geräuspert und enthustet werden. Das ist sowieso so ein Phänomen mit der Husterei, bestimmt einmal einen eigenen Blogeintrag wert. Mehr Eindrücke speziell dazu kann man übrigens hier nachlesen.