Auferstehungs-Sinfonie
Mahler, Mahler, Mahler. Auch wenn es bis jetzt noch nicht viele waren, so war jede Begegnung mit ihm eine gute. Auf erschütternde Art. Erst die Achte mit ihrem völligen Größenwahn, mit einem Konzerterlebnis bei den Bielefelder Philharmonikern, bei dem man völlig in den Sitz geschmettert wurde. Dann die Neunte, diese Auflösung von Musik, bei der man sich am liebsten zusammenrollen und ewig schlafen möchte. Und nun die Zweite. Auferstehungs-Sinfonie.
Absolut empfehlenswert: Die Aufnahme mit den City of Birmingham Symphony Chorus & Orchestra unter Sir Simon Rattle. Für Rattle ist Mahlers Zweite Sinfonie ein Erkennungsstück. Er begann und endete seine achtzehn Jahre dauernde Zeit beim City of Birmingham Symphony Orchestra mit ihr. Diese Aufnahme von 1987, mit einem wunderschön gesungenem “Urlicht” von Janet Baker, wurde von EMI zurecht in die Label-Reihe: “Great Recordings of the Century” aufgenommen. Auch klanglich ein wahres Erlebnis.
Eventuell lohnt es sich aber auch auf den 4. Februar zu warten. Dann soll eine neue Aufnahme unter Rattle und den Berliner Philharmonikern erscheinen. Das in gleicher Besetzung in Berlin aufgeführte Konzert hat mir – per Digital Concert Hall – bereits sehr gut gefallen.
“Meine beiden Symphonien erschöpfen den Inhalt meines ganzen Lebens; es ist Erfahrenes und Erlittenes, was ich darin niedergelegt habe, Wahrheit und Dichtung in Tönen” – Gustav Mahler
Die Zweite Sinfonie wird am 21. und 23. Januar auch bei den Bielefelder Philharmonikern unter dem erst kürzlich neu eingesetzten Generalmusikdirektor Alexander Kalajdzic aufgeführt. Allein wenn man sich die Liste der teilnehmenden Musikergruppen ansieht, weiss man, dass es eine volle Bühne und hoffentlich auch vollen Saal geben wird. Ich werde dann an dieser Stelle berichten.
Für einen kleinen Mahler-Höreindruck der Zweiten Sinfonie sorgt jetzt noch Leonard Bernstein. Diesmal nicht nur per Gesichtsdirigat, sondern komplett mit Schweiß und zitternden Armen und so.