Auferstehungs-Sinfonie

Jan 06 2011 Published by in Aufnahmen Kommentar hinterlassen

 Mahler, Mahler, Mahler. Auch wenn es bis jetzt noch nicht viele waren, so war jede Begegnung mit ihm eine gute. Auf erschütternde Art. Erst die Achte mit ihrem völligen Größenwahn, mit einem Konzerterlebnis bei den Bielefelder Philharmonikern, bei dem man völlig in den Sitz geschmettert wurde. Dann die Neunte, diese Auflösung von Musik, bei der man sich am liebsten zusammenrollen und ewig schlafen möchte. Und nun die Zweite. Auferstehungs-Sinfonie.

Absolut empfehlenswert: Die Aufnahme mit den City of Birmingham Symphony Chorus & Orchestra unter Sir Simon Rattle. Für Rattle ist Mahlers Zweite Sinfonie ein Erkennungsstück. Er begann und endete seine achtzehn Jahre dauernde Zeit beim City of Birmingham Symphony Orchestra mit ihr. Diese Aufnahme von 1987, mit einem wunderschön gesungenem “Urlicht” von Janet Baker, wurde von EMI zurecht in die Label-Reihe: “Great Recordings of the Century” aufgenommen. Auch klanglich ein wahres Erlebnis.

Eventuell lohnt es sich aber auch auf den 4. Februar zu warten. Dann soll eine neue Aufnahme unter Rattle und den Berliner Philharmonikern erscheinen. Das in gleicher Besetzung in Berlin  aufgeführte Konzert hat mir – per Digital Concert Hall – bereits sehr gut gefallen.

“Meine beiden Symphonien erschöpfen den Inhalt meines ganzen Lebens; es ist Erfahrenes und Erlittenes, was ich darin niedergelegt habe, Wahrheit und Dichtung in Tönen” – Gustav Mahler

Die Zweite Sinfonie wird am 21. und 23. Januar auch bei den Bielefelder Philharmonikern unter dem erst kürzlich neu eingesetzten Generalmusikdirektor Alexander Kalajdzic aufgeführt. Allein wenn man sich die Liste der teilnehmenden Musikergruppen ansieht, weiss man, dass es eine volle Bühne und hoffentlich auch vollen Saal geben wird. Ich werde dann an dieser Stelle berichten.

Für einen kleinen Mahler-Höreindruck der Zweiten Sinfonie sorgt jetzt noch Leonard Bernstein. Diesmal nicht nur per Gesichtsdirigat, sondern komplett mit Schweiß und zitternden Armen und so.

Neujahrskonzerte 2010/2011

Dez 30 2010 Published by in Konzert 2 Kommentare

Neujahrs- und Silvesterkonzerte scheinen langsam zu einer TV-Schlacht unter den Fernsehsendern zu werden. Mit vier verschiedenen Live-Konzerten kann man das Jahresende, bzw. den Jahresanfang bestreiten. Versuchen wir also, ein wenig Übersicht zu schaffen.

ARD: Berliner Philharmoniker, Gustavo Dudamel
In der ARD wird, wie gehabt, das Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker übertragen. Shooting-Star Gustavo Dudamel wird dirigieren. Auf dem Programm steht eine französisch-spanische Auswahl mit Werken von Saint-Saens, Offenbach, Berlioz und de Falla. Mezzosopranistin Elina Garanca ist geladen, um u.a. Auszüge aus George Bizets Carmen zu singen. Moderiert wird vom markanten Kinnträger und Moderator Dieter Moor.
ARD, 31.12.2010, 17.15 Uhr

ZDF: Staatskapelle Dresden, Christian Thielemann
Nachdem das ZDF 2009 aus dem Vertrag mit Rattle und den Berliner Philharmonikern ausgestiegen ist, feiern sie nun ihre neue eigene Silvester-Konzert-Premiere. Eine Live-Übertragung aus der Semeperoper mit der Staatskapelle Dresden. Christian Thielemann, der eigentlich erst im Laufe der Spielzeit 2012/13 für sieben Jahre Chefdirigent in Dresden wird, darf sich bei diesem Anlass ein wenig “warm spielen”. Mit Renée Flemming hat das ZDF einen weiteren hochprominenten Namen an Bord. Gespielt werden Auszüge aus der Lustigen Witwe von Franz Lehár. Gesendet wird quasi zeitgleich zu ARD. Offenbar möchte man hier konkurrieren. Schade, denn der Zuschauer muss sich hier entscheiden und auf eine Übertragung verzichten.

UPDATE: Aufgrund der Wetterbedingungen konnte Renèe Flemming nicht zu den Proben für das Silvesterkonzert der Staatskapelle Dresden unter Christian Thielemann reisen. Es sieht zwar momentan so aus, als würde sie es rechtzeitig zu den Aufführungen schaffen, jedoch haben die Veranstalter noch einen Joker aus dem Ärmel gezogen und gleichzeitig einen kleinen Coup gelandet.
Anna Netrebko hat sich samt ihrem Ehemann, Bassbariton Erwin Schrott, dazu bereit erklärt in die Bresche zu springen, um Frau Flemming ein wenig zu entlasten. Und so werden im ZDF wohl zwei äusserst bekannte Sopranistinnen zu sehen sein. Eins zu Null also für das ZDF im direkten Schlagabtausch mit der ARD?
ZDF: 31.12.2010, 17.20 Uhr

ZDF: Wiener Philharmoniker, Franz Welser-Möst
Im neuen Jahr kann man sich den Kater dann mit dem traditionellen Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker runterspülen. Champagnerlaune wird hier besonders groß geschrieben, das Wiener Neujahrskonzert kommt stets besonders fröhlich daher, viel Strauss, viel Ballett. Donauwalzer und Radetzky Marsch gehören seit jeher dazu, dieses Jahr gibt es auch Werke von Liszt und Hellmesberger zu hören. Auch in Wien steht das Neujahrskonzert unter besonderer Beobachtung. Schließlich ist Franz Welser-Möst frisch gebackener Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper.
ZDF: 01.01.2011, 11.15 Uhr

ARTE: Orchester des Teatro La Fenice, Daniel Harding
Zu guter Letzt klingen die Feierlichkeiten am Samstagabend auf ARTE aus. Daniel Harding dirigiert das Orchester des Teatro La Fenice in Venedig. Auf dem Programm steht die Neunte Sinfonie von Antonin Dvorak Aus der Neuen Welt. Im zweiten Teil werden verschiedene Opernstücke gespielt, u.a. von Verdi, Mozart und Rossini
ARTE: 31.12.2010 + 01.01.2011, 19.15 Uhr

Es geht weiter

Sep 28 2010 Published by in Aufnahmen Kommentar hinterlassen

Anton Bruckner: Sinfonie No.4 - Royal Scottish National Orchestra, Tintner

Die Bruckner-Entdeckungsreise geht weiter. Heute sind nun seine vierte und siebte Sinfonie eingetrudelt. Oft werden sie als “Einstieg” in das Werk Bruckners empfohlen. Ich habe mit der neunten Sinfonie angefangen und bei der hat es auch gleich gefunkt.

Anton Bruckner: Sinfonie No.7 - Berliner Philharmoniker, Karajan

Nun aber Vier und Sieben. Die Vierte, gespielt vom Royal Scottish National Orchestra unter Georg Tintner. Tintner soll für Bruckner überhaupt eine interessante Adresse sein. Eine preiswerte sind die im Naxos-label erschienenen Aufnahmen allemal. Bei der Siebten handelt es sich um eine Aufnahme von Karajan mit den Berliner Philharmonikern aus dem Jahre 1971, auch recht günstig zu haben.

Weder die Vierte noch die Siebte haben mich beim ersten Anhören wirklich gepackt, jedenfalls nicht im Vergleich mit der Neunten. Ich werde mir diese Sinfonien also noch weiter “erhören” und in der Zwischenzeit empfehle ich persönlich allen Bruckner-Interessierten den Einstieg mit der Neunten. Und nun darf es auch mal wieder ein anderer Komponist sein. Es ist noch viel zu vieles ungehört. Unerhört!