Neujahr

01. Jan 2012 Kommentar hinterlassen

2011 kann von mir aus bleiben, wo der Pfeffer wächst. Es war geprägt von Verlust, Fehlentscheidungen, Hilflosigkeit und Stagnation. Klingt jetzt viel zu dramatisch, denn – und hier kann man 2011 natürlich auch etwas Gutes abgewinnen – es geht mir trotzdem sehr gut. First World Problems, aber eben doch problems. Für mein persönliches Gefühl ist 2011 eben deutlich hinter seinen Möglichkeiten geblieben.

Auf der anderen Seite hat 2011 dennoch große Kraft gezeigt. Die Kraft der Liebe, der Verbundenheit und der Menschen. 2011 hat mich und meine Frau und unsere Familie noch ein Stück näher zusammen rücken lassen. Es ist schön ein solches zu Hause zu haben. Meine Herzensdame hat viel gekämpft und viel geschafft, sie ist eine Löwin mit einem Löwenherz. Und meine Tochter ist in diesem Jahr wundersam zum Kleinkind geworden. Sie geht in den Kindergarten, macht erste philosophische Gehversuche, singt laut und grölend Phantasielieder und mag es Geschichten vorgelesen zu bekommen. Sie ist das Beste und sie hat mich lieb. Glück, du kannst hier noch was lernen.

Es gibt noch zwei weitere positive Dinge, die ich hier festhalten muss um mich zu erinnern: Ich habe ausnahmsweise ein paar Kilos abgenommen. Das kam seit Jahren nicht mehr vor. Außerdem habe ich angefangen meine Zehen in das Meer des Jazz zu halten. Eine gute Entscheidung.

Ich habe genau vier Vorsätze für das neue Jahr:

  • mehr konzentrieren
  • mehr lesen
  • mehr fotografieren
  • mehr entspannen

Meine Tochter hat im Übrigen den Vorsatz verfasst, mehr Trinkpäckchen zu trinken. Wir haben da semantisch etwas gehackt, glücklicherweise hält sie seit jeher frisch gepressten Orangensaft im Glas für Trinkpäckchen. Ein nobles Vorhaben also.

2012 wird besser werden, da bin ich sicher. Und das wünsche ich Ihnen auch.

Geo Epoche

26. Dez 2011 Kommentar hinterlassen

Die Gattin hat uns ein sehr schönes Geschenk gemacht. Ein Jahr lang wandern nun die Ausgaben der Geo Epoche in den heimischen Briefkasten. Fast täglich verbringe ich etwas Zeit im Bahnhofskiosk, um auf meinen Pendelzug zu warten. Und die Geo Epoche ist vermutlich das Magazin, mit dem ich in diesen Momenten am meisten Zeit verbringe.

In erster Linie ist es die Gestaltung. So schön gestaltete Artikel mit Platz für große Bilder und Platz für viel Text. Ich wünschte ich könnte hier im Blog jedem Artikel eine solche Gestaltung mitgeben, doch meine Fähigkeiten und Möglichkeiten sind leider stark begrenzt. Jedenfalls: auch die digitalen Medien könnten sich dort ruhig eine Scheibe abschneiden. Andererseits liegt vielleicht genau hier auch eine Zukunft für Print.

Inhaltlich finde ich die Konzentration auf ein Thema sehr attraktiv. Zur Qualität der Texte kann ich noch nicht viel sagen, denn eine Ausgabe besteht aus etwa 170 Seiten und die wollen erstmal gelesen werden, wozu ich bis jetzt nicht gekommen bin. In einer Ausgabe steckt jedenfalls eine beträchtliche Menge Text. Ich hoffe es ist nicht zu reißerisch. Auf Werbung wird angenehmerweise verzichtet. Nur ein, zwei Seiten werben für die hauseigenen Produkte. Schade, für diesen Zweck wäre mir ein kleines Inlay lieber. Man kann nicht alles haben.

Diese Sorgfalt hat seinen Preis, der mich stets davor bewahrte, eine Ausgabe auch mal mitzunehmen. Doch die Gattin, alte Füchsin, angelte ein Abo zu äußerst vergünstigten Konditionen und nun muss ich mir eine neue Beschäftigung für die Wartezeiten im Bahnhof suchen.

The Hobbit

21. Dez 2011 2 Kommentare

Gestern erschien der erste richtige Trailer zu The Hobbit, dem Prequel zu Lord of the Rings, beides von Peter Jackson gedreht. Ich bin mit der literarischen Vorlage, im Gegensatz zu Lord of the Rings, nie ganz warm geworden. Um genau zu sein, habe ich mehrfach die ersten 50 Seiten gelesen und dann stets abgebrochen. Irgendwann habe ich den Hobbit dann als Hörbuch doch noch komplett angehört, begeistert war ich allerdings auch danach nicht. Die Geschichte hat mich nie gepackt.

Ein wenig habe ich Sorge, dass das bei der Verfilmung ähnlich sein wird. Der Trailer wirkt an manchen Stellen etwas zu bunt für meinen Geschmack. Bei den Lord of the Rings Verfilmungen hatte ich sehr oft diese Das-hast-du-noch-nie-gesehen-Momente. Im Hobbit-Trailer erscheint mir der eine oder andere CGI-Hintergrund und die einer oder andere Beleuchtung als zu dick aufgetragen, zu bunt. Kurz erschrak ich und dachte an Filme, die direkt auf DVD erscheinen.

Bis der Film in den Kinos anläuft wird noch ein ganzes Jahr vergehen. The Hobbit ist natürlich auch kein Lord of the Rings. Ich gehe natürlich trotzdem davon aus, das Peter Jackson auch aus The Hobbit einen, bzw. zwei tolle Filme macht. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass die Musik alleine den Film tragen kann. Howard Shore hat in den Lord of the Rings Verfilmungen wie kaum ein Zweiter konsequent Leitmotive verwandt und verwoben. Ein musikalisches Universum erschaffen. Wagner lässt grüßen. Diese Notenkulisse wird auch den Hobbit mit einem mächtigen, musikalischen Schatz ausstatten. Und das Musik auch im Prequel eine wichtige Rolle spielt, wird im Trailer bereits deutlich.

The Elder Scrolls: Skyrim

17. Dez 2011 3 Kommentare

Ich habe nun einige Stunden in der Welt von Skyrim verbracht. Für meine Begriffe ordentlich Zeit, ungefähr doppelt so viel Zeit, verglichen mit meinem durchschnittlichen Zeitpensum für Games. Doch bei Skyrim habe ich das Gefühl, lediglich an der Oberfläche gekratzt zu haben.

Zuerst habe ich Skyrim genau so gespielt, wie man es nicht spielen sollte. Auf die Hauptquest fixiert habe ich es in vielleicht 12 Stunden möglichst schnell durchgespielt. Danach habe ich nochmal neu angefangen und versuche mir so viel Zeit wie möglich zu lassen. Allein sämtliche Quests in einer einzigen Stadt zu entdecken und die Hälfte davon zu erledigen hat bis jetzt 20 Stunden gedauert. Natürlich dauert es auch so lange, weil ich versuche in jedes Haus einzubrechen und alles einzuheimsen, das nach Münze oder Edelstein aussieht.

Wenn man sich nun überlegt, dass es ziemlich viele, ziemlich große Städte gibt und außerdem noch hunderte  Dungeons und andere Orte auf ihre Entdeckung warten. Ganz zu schweigen von den ganzen Questlines der Gilden und unterschiedlichen Gruppierungen: der Magier, der Diebe, der Krieger, der Werwölfe, der Vampire, der Sturmklingen, des Imperiums, der Bruderschaften und der was weiß ich nicht alles. An stundenlanges jagen, schmieden, brauen, verzaubern wage ich gar nicht zu denken. Das käme da noch oben drauf.

Skyrim ist ein riesiger Fantasy-Abenteuerspielplatz und das ist im wahrsten Sinne des Wortes großartig. Allerdings: Ich werde diesem Spiel wohl nie in seiner Größe gerecht werden können und wollen. Ich habe das Spielen verlernt. In der Ökonomie würde man wohl sagen, die Opportunitätskosten seien zu hoch. Das hat zwei Ursachen. Zeit und Muße. Die Zeit habe ich eigentlich nicht mehr, da fängt es schon mal an. Mein zu rechtfertigendes Zeit-Kontingent, das für das Jagen von Orks reserviert ist, ist äußerst begrenzt. Dabei habe ich natürlich genug Zeit für alle möglichen Dinge, ich könnte sie auch in Skyrim verbringen, wenn ich unbedingt wollte. Und da kommt die Muße ins Spiel. Ich will eben nicht mehr. Vor Jahren konnte ich noch ganze Wochen in virtuellen Welten verbringen, das machte mir gar nichts aus. Sich in einer großartigen Spielwelt zu verlieren war großartig. Doch das hat sich geändert. Es liegt nicht an den Spielwelten, denn die sind noch großartiger geworden. Es liegt an mir. Ich habe keine Lust mehr dazu. Oder anders gesagt, meine Lust ist nach ein paar Stunden, oft ein paar Minuten absolut befriedigt. Ich muss mich dann schon fast zwingen weiter zu machen. Nicht nur kommt mir die Zeit verschwendet vor, es mach mir auch einfach keinen Spaß mehr.

Das es ein Spiel wie Skyrim schafft, mich dennoch länger als die ein, zwei Stunden am Bildschirm zu halten, spricht für die Qualität des Titels. Doch es ist im Grunde nur noch eine nostalgischer Reflex meinerseits, zu versuchen, den Spaß der alten Tage herauf zu beschwören. Wirklich spielen möchte ich das alles nicht. Schon seit mehreren Jahren spiele ich jetzt nicht mehr regelmäßig.
Und ich könnte mir sehr gut vorstellen, das Skyrim zum Endspiel wird.

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