Archiv für 'Netz' Kategorie

Adieu Google – Teil 1: Die Suche

Feb 21 2012 Published by in Netz 2 Kommentare

Google war am Anfang nur als Suchmaschine da. Es ist ein wenig schwierig abzusehen, wie einfach oder schwierig es ist, Google zu ersetzen in Hinblick auf die Qualität der Suchergebnisse. Bis jetzt habe ich immer noch alles gefunden mit der ollen Suchmaschine. Ich finde allerdings schon, dass die Qualität der Suchergebnisse ein wenig nachgelassen hat.

Gerade wenn man nach irgendwas sucht, das sich auch verkaufen lässt, begegnet man prompt den immer nervigen Angebot der Preisvergleich-Seiten. Die machen oft die ersten zehn Plätze unter sich aus.

Mal sehen, wie sich andere Suchmaschinen so schlagen. Schon früher habe ich einmal eine Zeitlang DuckDuckGo benutzt und jetzt eben wieder. Was die Suchergebnisse angeht, bin ich bis jetzt sehr zufrieden. Das einzige was mich stört, ist, dass die Seite einen Ticken längere Ladezeit hat, als ich es von Google gewohnt bin. Je nach Tagesform.

Davon abgesehen hat Duck Duck Go Vorteile: Deutliche bessere Privacy-Regeln! Ausserdem lässt sich vieles Konfigurieren, von den Farben bis hin zu einigen Extras, deren Nützlichkeit sich mir im Alltag jedoch im Einzelnen erst erweisen muss. Will man nach Bildern suchen, bietet DuckDuck eine Umschalte auf die Google, oder Bing Bildersuche, sowie Wikipedia und andere größere Seiten an.

Jetzt muss das Ding noch die Standard-Suchmaschine meines Browsers werden. Eine Anleitung für einschlägige Browser gibt es hier. Und wenn ich erstmal wieder auf Linux Mint unterwegs bin, ist DuckDuckGo sowieso als Default eingestellt.

Three Times Four

Jan 17 2012 Published by in Netz Ein Kommentar

Habe heute wieder einmal festgestellt, dass auch Menschen, die selbst nie etwas im Netz veröffentlichen, keineswegs sicher sein können, dass sie nicht im Netz stattfinden. Wenn man ab und zu seine Wohnung verlässt und sich beispielsweise in Vereinen oder sonstigen Organisation engagiert, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich groß, dass man früher oder später im Netz auftaucht. Nach und nach entsteht so ein Online-Profil, das natürlich oft viel zu einseitig und verzerrt ist, aus vielerlei Gründen also den eigenen Ansprüchen nicht genügen könnte.

In Zukunft könnte es also immer wichtiger sein, seine Netzidentität selbst in die Hand zu nehmen um so Suchergebnisse und Informationsfluss zumindest begrenzt steuern zu können. Eine völlig neue Form der Medienkompetenz, die dafür erworben werden muss. Der Gedanke, dass es nötig sein könnte, eigene Informationen ins Netz stellen zu müssen um quasi in eigener Sache Image-Optimierung betreiben zu müssen, gefällt mir nicht. Noch weniger allerdings, dass es selbst dann nicht immer in der eigenen Hoheit obliegt, welche Suchergebnisse im Endeffekt ganz oben stehen. Vielleicht bleibt irgendwann nichts anderes übrig, als die Hoheit über die eigene Privatsphäre aufzugeben.

The Yogscast

Jul 30 2011 Published by in Homo ludens,Netz,Sonstiges 5 Kommentare

Um zu erklären, warum ich bestimmte Videos von The Yogscast ziemlich unterhaltsam finde, muss ich etwas weiter ausholen. Zunächst einmal gibt es eine ziemlich große Szene an Youtubern, die aufzeichnen, wie sie ihre Computerspiele spielen und das Ergebnis dann hochladen. “Let’s Plays” wird das oft genannt und wenn ein sehr talentierter “Let’s Player” loslegt, kann es mitunter mehr Spaß machen, diesem beim Spielen zuzusehen, als selbst das eigentliche Spiel zu spielen. The Yogscast, im Kern bestehend aus Honeydew und Xephos, machen eben solche Videos, die in der Regel von rund einer Millionen Menschen verfolgt werden. Sie konzentrieren sich dabei gerne auf Multiplayersessions und sind sowieso am besten, wenn sie zu zweit sind.

Nun hat diesen Leuten ein Spiel besonders angetan: Minecraft, das wohl erfolgreichste Indie-Spiel der vergangenen Jahre. Über Minecraft habe ich bereits an anderer Stelle geschrieben. Das interessante an Minecraft ist im Grunde, das es kein richtiges Spielziel gibt und das die Spielwelt komplett umgestaltet werden kann. Minecraft ist ein riesiger Baukasten, der digitale Traum eines jeden Legobauklotzfetischisten. Und die Leute bauen die unglaublichsten Dinge.

The Yogscast schnappen sich also Minecraft und filmen, wie sie gemeinsam auf einem Minecraft-Server die erste Nacht überleben, sich ein erstes Domizil aus dem Stein kloppen und so weiter. Das ist schon ziemlich unterhaltsam, wenn man sich darauf einlässt und sich nicht zu blöd dabei vorkommt anderen Leuten beim Spielen zuzusehen.

Nach ein paar Folgen, passiert dann aber etwas, das meine Kinnlade runterklappen ließ. Ich glaube es war die Geburt einer neuen Art von Narration. In Folge 6 entdecken die Beiden ein Gebäude, das eigentlich nicht da sein dürfte. Später taucht dann plötzlich noch eine dritte Spielfigur auf dem Server auf und attackiert die beiden “Let’s Player” aus heiterem Himmel. Die Zwei beschließen ihre Zelte abzubrechen und den Angreifer zu verfolgen. Was darauf folgt ist ein groß angelegtes (und natürlich inszeniertes) Abenteuer mit vielen verschiedenen – und mithilfe der Spiele-Engine aufwendig erstellten – Schauplätzen und Charakteren. Ganze Dörfer und Städte, Dungeons und Labyrinthe werden auf diese Weise entdeckt, erkundet und zum Universum von The Yogscast.

Es ist also kein Machinima, wir erleben das komplette Geschehen stets aus der gleichen Perspektive, live,  und sie unterscheidet sich im Grunde nicht von einer normalen Minecraft Multiplayer-Partie.

Schon als ich das erste Mal über Minecraft schrieb, musste ich an die Freispielregeln von Ben denken, die er ursprünglich mal für World of Warcraft entwarf. Minecraft macht deshalb so viel Spaß beim bloßen Zuschauen, weil es wie gemacht wurde für Freispielregeln. Es gibt keinen Ballast, keinerlei hochkomplexe Spielmechanismen, keine Ziele, keinen “Fortschritt” im Spiel. The Yogscast haben diesen Umstand genutzt und erzählen nun eine Geschichte. Mit Minecraft und in Minecraft. Und die beiden Protagonisten haben dabei selbst keine Ahnung, wie ihr Abenteuer weitergehen wird (zumindest wird das glaubhaft suggeriert).

Ich glaube das hat es in der Form noch nicht gegeben. Mit Machinima und ähnlichem hat man natürlich schon Computerspiele-Engines benutzt, um Geschichten zu erzählen, aber das diese sozusagen live inszeniert werden, erinnert eher an das gute alte Theater. Selbst die Kulissen werden im Spiel erstellt. Es ist ein Theaterstück, von dem die beiden Hauptprotagonisten nicht wissen, wie es weitergeht. Dies fügt Elemente der Improvisation und des “Freispielens” hinzu.

Wer sich für den Humor der beiden Köpfe von The Yogscast erwärmen kann, sollte der “Shadow of Israphel” – Serie ruhig eine Chance geben. Ich jedenfalls habe mich sehr unterhalten, auch wenn es erst nach den ersten circa 20 Folgen so richtig an Fahrt aufnimmt.

Top Ten Komponisten in der New York Times

Jan 11 2011 Published by in Grau,Netz Kommentar hinterlassen

Die New York Times hat vor ein paar Tagen eine kleine Video-Serie gestartet. Musik-Chefkritiker der Zeitung, Anthony Tommasini, versucht eine Top Ten Liste der klassischen Komponisten zu erstellen. Natürlich – wie er selbst zugibt – ein hoffnungsloses Unterfangen. Interessant aber dennoch, wenn er erklärt, warum er sich für eben seine Auswahl entschieden hat, wo die musikalischen Besonderheiten der Komponisten liegen und welche Zusammenhänge es zwischen ihnen gibt.

Schade nur, dass die Videos so kurz sind. Das ist es, was mich an der Nutzung der Plattform Internet von großen Medienhäusern stört. Im Blatt ist natürlich kein Platz für große Werksanalysen. In Netz hätte die New York Times allen Platz der Welt. Ich wette der Rohschnitt der Videos wäre viel länger und ich könnte stundenlang zuhören. Trotzdem nur Clip-Länge. Ausserdem erinnert es mich manchmal an Bob Ross und das lässt mich schmunzeln.

Bis jetzt gibt es Folgen über Bach, Haydn, Mozart, Schubert und Beethoven.

Bachwerkeverzeichnis als PDF-Datei

Dez 18 2010 Published by in Netz Kommentar hinterlassen

Johann Sebastian BachAuf Volkers Klassikseiten findet man hier eine – mit mühevoller Kleinarbeit erstellte – Tabelle mit dem gesamten Werkeverzeichnis von Johann Sebastian Bach. Sehr praktisch, einfach runterladen und ausdrucken. Ich ziehe meinen Hut vor solch einer Arbeit. Das Verzeichnis umfasst über 1100 Einträge plus Anhang auf sechzehn Seiten. Kaum zu glauben. dass das alles auch mal von einem Menschen komponiert wurde. Ich wäre schon froh, wenn ich das in meinem Leben noch zu Gehör bekomme.

Überhaupt: Volkers Klassikseiten sind immer einen Besuch wert, gerade für Bach-Enthusiasten ein Muss.

Prezi

Okt 17 2010 Published by in Bildung,Netz 2 Kommentare

Das Semester geht wieder los, der Stundenplan steht und so langsam hat man das Gefühl sich dem Gipfel des Berges zu nähern. Es ist noch zu früh um hier über vielversprechende Seminare zu sprechen, allerdings konnte ich schon ein kleines Goodie aus den Vorlesungen mitnehmen.

Es ist selten, dass ich im Uni-Seminar etwas Neues im Netz kennenlerne. Doch unter Präsentations-Freaks scheint es mit Prezi.com einen neuen Trend geben. Prezi möchte sich selbst vermutlich als Powerpoint-Nachfolger etablieren. Das Neue daran ist, dass ich den Inhalt meiner Präsentation nicht mehr starr auf Folien ablege, sondern mich auf einer riesigen Leinwand austobe. Das erinnert ein wenig an MindMap-Techniken und wirkt daher auf mich auch ein wenig intuitiver, doch das kommt sicherlich auch auf die eigenen Präferenzen an.

In der Präsentation schwebt dann der Fokus entlang eines Pfades von einem vordefinierten Punkt zum nächsten, was ziemlich schick, allerdings auch ein wenig verspielt aussieht. Ausserdem kann man jederzeit raus- und reinzoomen und den Bildausschnitt bewegen, was wiederum zur Übersichtlichkeit beitragen kann und mithilfe von Plakat-Techniken eine strukturierende Dimension bekommt, die ich von Powerpoint so nicht kenne.

Zudem ist Prezi ein Kind des internets. Man kann die Präsentation erstaunlich intuitiv komplett online erstellen, Youtube-Videos einbinden und meine Präsentationen auf anderen Websiten einbinden und mit anderen teilen. Es gibt allerdings auch die Möglichkeit, die Präsentationen offline zu speichern und abzuspielen. Zudem gibt es eine Prezi-Desktop Version, mit der man seine Präsentationen offline erstellen kann. Gibt es allerdings nur als 30 Tage Testversion, danach kostet es was.

Für Studenten, Dozenten, Schüler etc. gibt es die Möglichkeit sich einen sogenannten Edu-Account anzulegen, mit dem man 500 mb Prezi-Storage und auch Prezi-Desktop kostenlos nutzen kann. Prezi-Desktop basiert übrigens auf der Adobe-Air Technologie, sollte also unter Windows, Mac und Linux laufen. Und so sieht dann so eine eingebundene Präsentation aus:

Man kann mit Prezi richtig schicke Präsentationen erstellen, keine Frage. Man kann allerdings auch, vielleicht noch mehr als bei Powerpoint, eine Menge falsch machen. Ich könnte mir vorstellen, dass das Erstellen einer Prezi-Präsentation für Viele intuitiver verläuft. Wer gerne Mindmaps oder Collagen und Poster erstellt, sollte es auf jeden Fall mal ausprobieren.

Die Gefahr bei Prezi liegt sicherlich darin, dass es als Präsentation zu verspielt wirkt und vielleicht sogar verwirrt, wenn der Fokus zu wild hin- und herspringt. Man sollte sich also Gedanken über den Ablauf machen und zwar nicht nur inhaltlich, sondern auch über den darstellerischen Verlauf.