Archiv für 'Bildung' Kategorie

Tunnelblick

Jan 20 2012 Published by in Bildung Kommentar hinterlassen

Nun denn, erneut ein Wochenende im Studierzimmer. Bin gespannt, welche Prokrastinations-Möglichkeiten mir diesmal einfallen. Normalerweise ändere ich was am Blog-Theme. Aber das ist ja bereits geschehen. Ansonsten ist alles geregelt. Kaffee ist im Haus, Schokolade ist im Haus und die Musik ist sortiert. Jede Lernstunde hat einen eigenen Soundtrack.
Klausurenphase beginnt. Bereit für den Tunnelblick.

Bildungslektüre

Jan 19 2012 Published by in Bildung Ein Kommentar

Apple will nun also auch noch den Schulbuchmarkt erobern. Wie so oft, wenn es um Apple geht, bin ich da gespaltener Meinung. Apple-typisch sieht alles schick aus und mit der iBook-Author Software scheint es sehr einfach zu sein, schicke Bücher zu erstellen. Schulbücher, die mehr können, als einfach nur statische Inhalte darzustellen. Filme, dynamische Tabellen, Aktualität, da ließe sich einiges umsetzen. Lehrerinnen und Lehrer könnten kleine Schulbücher für Unterrichtsreihen erstellen und diese im Laufe der Zeit mit weiterem Lernstoff anfüllen. Die Schülerinnen und Schüler könnten so Portfolios zu Themen erstellen oder gleich selbst ihre eigenen Lernbücher schreiben.

Schon zu meiner Schulzeit, waren die Schulbücher oft hoffnungslos veraltet. Ich habe nach der Jahrtausendwende mit Büchern gelernt, in denen die DDR noch existierte. Bei den Naturwissenschaften dürfte das Aktualitätsproblem noch größer werden. Schon damals waren Schulbücher immer problematisch. Oft waren sie inhaltlich unzureichend. Ein guter Lehrer hat das Schulbuch immer mit eigenen, ergänzenden Inhalten angereichert. Die Dinger waren oft in richtig schlechtem Zustand und Geld für neue Bücher gab es nur selten.

Es ist typisch für Apple, dass sie sich eine nahe liegende Idee schnappen und diese als erste in ein Produkt gießen und anbieten und zwar so, dass jeder sofort loslegen kann. Typisch Apple ist aber auch, dass der gesamte Ablauf wieder an das Apple-Ökosystem verkettet und eingeschlossen ist. Zwar lassen sich die Bücher in einige Formate exportieren, aber das war es dann auch schon. Will man aber alle Vorteile und Einfachheit des Konzepts nutzen, dann geht das nur über Apple.

Auch wenn multimedialer Overkill in meinen Augen oft auch hinderlich für eine Vermittlung von Inhalten sein kann, sind die dynamischen Möglichkeiten, die ein elektronisches Schulbuch bietet, durchaus wünschenswert. Solange Unterricht dadurch nicht zu einer Infotainment-Veranstaltung verseicht. Wie so oft muss mit Technologie also sinnvoll umgegangen werden, dass es diese Technologie aber gibt ist erstmal wünschenswert.

Wenn man ein paar Lehrerblogs verfolgt, lässt sich oft lesen, dass die klassischen Schulbuchverlage diese digitalen Möglichkeiten und Chancen bisher kaum bedienen. Wenn Apple in dieser Hinsicht etwas Leben in die Bude bringt und die Konkurrenz wach rüttelt, wäre das ja schon mal was.

Nur, warum haben wir solche Werkzeuge nicht im Netz? Das Internet ist doch eigentlich die beste Plattform für so etwas wie ein elektronisches Schulbuch. Ich kenne mich mit Netztechnologien nicht wirklich aus, aber mit HTML 5 und Konsorten sollten doch eigentlich alle tollen Dinge, die man von einem elektronischen Schulbuch erwartet, möglich sein. Überhaupt, warum werden Schulbücher bisher ausschließlich von Verlagen erstellt? Das könnten die Lehrkräfte doch auch. Es wäre so einfach. Lehrer könnten zusammen im Netz Schulbücher erstellen, sie wären dynamisch und funktionierten über allgemeine Netzstandards und wären so mit viel mehr Endgeräten kompatibel.

Nur, damit das klappt müsste die Software oder das CMS mit dem sich derartige Inhalte kreieren ließen und das gesamte Ökosystem drumherum, eben auch entsprechend einfach zu bedienen sein. Das macht Apple dann eben auch wieder niemand so schnell nach.
Abgesehen davon, macht das Erstellen guter Schulbücher und guten Lernmaterials natürlich auch eine Menge Arbeit. Und nicht alle Lehrerinnen und Lehrer geben freiwillig ihre bewährten Lernmaterialien her. Das ist schade.

Denn wenn es Inhalte gibt, die im Netz frei, und zwar in jeder Hinsicht frei verfügbar sein sollten, dann sind es Inhalte der Bildung. Sie könnten das Netz, ja die Welt, zu einem besseren Ort machen.

Geo Epoche

Dez 26 2011 Published by in Bildung Kommentar hinterlassen

Die Gattin hat uns ein sehr schönes Geschenk gemacht. Ein Jahr lang wandern nun die Ausgaben der Geo Epoche in den heimischen Briefkasten. Fast täglich verbringe ich etwas Zeit im Bahnhofskiosk, um auf meinen Pendelzug zu warten. Und die Geo Epoche ist vermutlich das Magazin, mit dem ich in diesen Momenten am meisten Zeit verbringe.

In erster Linie ist es die Gestaltung. So schön gestaltete Artikel mit Platz für große Bilder und Platz für viel Text. Ich wünschte ich könnte hier im Blog jedem Artikel eine solche Gestaltung mitgeben, doch meine Fähigkeiten und Möglichkeiten sind leider stark begrenzt. Jedenfalls: auch die digitalen Medien könnten sich dort ruhig eine Scheibe abschneiden. Andererseits liegt vielleicht genau hier auch eine Zukunft für Print.

Inhaltlich finde ich die Konzentration auf ein Thema sehr attraktiv. Zur Qualität der Texte kann ich noch nicht viel sagen, denn eine Ausgabe besteht aus etwa 170 Seiten und die wollen erstmal gelesen werden, wozu ich bis jetzt nicht gekommen bin. In einer Ausgabe steckt jedenfalls eine beträchtliche Menge Text. Ich hoffe es ist nicht zu reißerisch. Auf Werbung wird angenehmerweise verzichtet. Nur ein, zwei Seiten werben für die hauseigenen Produkte. Schade, für diesen Zweck wäre mir ein kleines Inlay lieber. Man kann nicht alles haben.

Diese Sorgfalt hat seinen Preis, der mich stets davor bewahrte, eine Ausgabe auch mal mitzunehmen. Doch die Gattin, alte Füchsin, angelte ein Abo zu äußerst vergünstigten Konditionen und nun muss ich mir eine neue Beschäftigung für die Wartezeiten im Bahnhof suchen.

Perspektivenwechsel

Mrz 17 2011 Published by in Bildung Kommentar hinterlassen

Habe heute den Politik-Teil und das Dossier der aktuellen Zeit in einem Rutsch runtergelesen. Das kommt nicht oft, das kam eigentlich noch nie vor. Momentan habe ich das Gefühl, den Ereignissen gar nicht mehr hinterherzukommen. Die Aufstände und Revolutionen in der arabischen Welt, die anstehenden Landtagswahlen, nun Japan und der Kampf gegen die möglicherweise eintretende. atomare Drittkatastrophe nach Erbeben und Tsunami.

In der ARD gehört der Brennpunkt seit Wochen gefühlt und inzwischen auch tatsächlich zum allabendlichen Programmschema. In solchen Phasen, in denen das Weltgeschehen fast zu überrumpeln droht, habe ich stets den Drang danach, mehr zu wissen. Also nicht über die aktuelle Lage, sondern eher über die Hintergründe, nicht nur im Speziellen sondern gerade strukturelle Begebenheiten betreffend.

Warum kommt es gerade jetzt zu den Aufständen in einigen arabischen Ländern? Warum verläuft die eine Revolution in Ägypten so und die andere im Nachbarland Libyen so? Warum zögert beispielsweise die EU sich in die Ereignisse in Libyen einzumischen? Und welche Interessen verfolgt eigentlich die Arabische Liga? Oder auch: Wie funktioniert so ein Atomkraftwerk eigentlich und wie war das damals noch gleich in Tschernobyl? Und wie lauten jetzt eigentlich die Regeln und was besagen die Gesetze, wenn die Bundesregierung beschließt, Verträge auszusetzen, die sie selbst unterschrieben hat?

All diese Fragen werfen noch viel mehr Fragen auf. Und da sich große Teile der schnell konsumierbaren Berichterstattung auf die aktuellen Ereignisse und oft nicht auf die Hintergründe konzentrieren, braucht es eben ein wenig Eigeninitiative. Und Perspektivenwechsel.

"language"

Okt 20 2010 Published by in Bildung Kommentar hinterlassen

Stephen Fry über Pedanterie und Sprache. Nuff Said!

(via)

Prezi

Okt 17 2010 Published by in Bildung,Netz 2 Kommentare

Das Semester geht wieder los, der Stundenplan steht und so langsam hat man das Gefühl sich dem Gipfel des Berges zu nähern. Es ist noch zu früh um hier über vielversprechende Seminare zu sprechen, allerdings konnte ich schon ein kleines Goodie aus den Vorlesungen mitnehmen.

Es ist selten, dass ich im Uni-Seminar etwas Neues im Netz kennenlerne. Doch unter Präsentations-Freaks scheint es mit Prezi.com einen neuen Trend geben. Prezi möchte sich selbst vermutlich als Powerpoint-Nachfolger etablieren. Das Neue daran ist, dass ich den Inhalt meiner Präsentation nicht mehr starr auf Folien ablege, sondern mich auf einer riesigen Leinwand austobe. Das erinnert ein wenig an MindMap-Techniken und wirkt daher auf mich auch ein wenig intuitiver, doch das kommt sicherlich auch auf die eigenen Präferenzen an.

In der Präsentation schwebt dann der Fokus entlang eines Pfades von einem vordefinierten Punkt zum nächsten, was ziemlich schick, allerdings auch ein wenig verspielt aussieht. Ausserdem kann man jederzeit raus- und reinzoomen und den Bildausschnitt bewegen, was wiederum zur Übersichtlichkeit beitragen kann und mithilfe von Plakat-Techniken eine strukturierende Dimension bekommt, die ich von Powerpoint so nicht kenne.

Zudem ist Prezi ein Kind des internets. Man kann die Präsentation erstaunlich intuitiv komplett online erstellen, Youtube-Videos einbinden und meine Präsentationen auf anderen Websiten einbinden und mit anderen teilen. Es gibt allerdings auch die Möglichkeit, die Präsentationen offline zu speichern und abzuspielen. Zudem gibt es eine Prezi-Desktop Version, mit der man seine Präsentationen offline erstellen kann. Gibt es allerdings nur als 30 Tage Testversion, danach kostet es was.

Für Studenten, Dozenten, Schüler etc. gibt es die Möglichkeit sich einen sogenannten Edu-Account anzulegen, mit dem man 500 mb Prezi-Storage und auch Prezi-Desktop kostenlos nutzen kann. Prezi-Desktop basiert übrigens auf der Adobe-Air Technologie, sollte also unter Windows, Mac und Linux laufen. Und so sieht dann so eine eingebundene Präsentation aus:

Man kann mit Prezi richtig schicke Präsentationen erstellen, keine Frage. Man kann allerdings auch, vielleicht noch mehr als bei Powerpoint, eine Menge falsch machen. Ich könnte mir vorstellen, dass das Erstellen einer Prezi-Präsentation für Viele intuitiver verläuft. Wer gerne Mindmaps oder Collagen und Poster erstellt, sollte es auf jeden Fall mal ausprobieren.

Die Gefahr bei Prezi liegt sicherlich darin, dass es als Präsentation zu verspielt wirkt und vielleicht sogar verwirrt, wenn der Fokus zu wild hin- und herspringt. Man sollte sich also Gedanken über den Ablauf machen und zwar nicht nur inhaltlich, sondern auch über den darstellerischen Verlauf.