Archiv für März, 2011

The Catcher in the Rye

So oft hört man von Prominenten, Film-Stars und sonstigem Bewundernswertem, dass ihr wahres, oder literarisches, oder künstlerisches Leben erst losging, als sie The Catcher in the Rye von J. D. Salinger lasen. So ein Aufweck-Buch eben. Eine aufrüttelnde Kraft, die gerne auch good old Siddharta von Hesse nachgesagt wird. “Das Buch hat mein Leben verändert!”

Auf mich hatte der Klassiker aus dem Jahre 1945 keine derartige Wirkung. Ich fand es stellenweise amüsant, stellenweise anstrengend. Wie Protagonist und Antiheld Holden Caulfield, gerade aus der x-ten Schule geflogen, getränkt in teenage-angst und sexueller Konfusion, die “phoniness” der New Yorker Nachkriegsgesellschaft beschreibt. Um sich vom Rest der Welt abzugrenzen setzt er sich komische Hüte falsch herum auf. Holden Caulfield, the original hipster, isoliert sich in seiner Nichtkonformität, findet alles andere zum kotzen. Amüsant und anstrengend eben, wenn er sich von der Gesellschaft distanziert, sich für etwas Besseres hält und doch den Dingen in ihrer Komplexität nicht gerecht wird und leider nicht wirklich cool, sonder hochemotional ist und in Wirklichkeit nur durch seinen schlacksigen Körperbau drübersteht.

“Don’t ever tell anybody anything. If you do, you start missing everybody.”

Ja so kann das sein als Pubertierender, ein Charakter mit Identifikationspotential, keine Frage. Aus heutiger Sicht erscheint die Geschichte dann allerdings doch etwas antiquiert. Die für das prüde Nachkriegsamerika skandalöse Verwendung von Schimpfwörtern und sexuellen Anspielungen wirken nach Hegemann und co doch etwas aufgesetzt, dennoch ist The Catcher in the Rye nach wie vor an vielen amerikanischen Schulen verboten. Und die Bildungsroman-Lernkurve kommt auch etwas spät und unvermittelt. Entweder es geht unglaublich schnell, oder man liest es als hoffnungsloses Ende. Teenager-Style eben.

Perspektivenwechsel

Mrz 17 2011 Published by in Bildung Kommentar hinterlassen

Habe heute den Politik-Teil und das Dossier der aktuellen Zeit in einem Rutsch runtergelesen. Das kommt nicht oft, das kam eigentlich noch nie vor. Momentan habe ich das Gefühl, den Ereignissen gar nicht mehr hinterherzukommen. Die Aufstände und Revolutionen in der arabischen Welt, die anstehenden Landtagswahlen, nun Japan und der Kampf gegen die möglicherweise eintretende. atomare Drittkatastrophe nach Erbeben und Tsunami.

In der ARD gehört der Brennpunkt seit Wochen gefühlt und inzwischen auch tatsächlich zum allabendlichen Programmschema. In solchen Phasen, in denen das Weltgeschehen fast zu überrumpeln droht, habe ich stets den Drang danach, mehr zu wissen. Also nicht über die aktuelle Lage, sondern eher über die Hintergründe, nicht nur im Speziellen sondern gerade strukturelle Begebenheiten betreffend.

Warum kommt es gerade jetzt zu den Aufständen in einigen arabischen Ländern? Warum verläuft die eine Revolution in Ägypten so und die andere im Nachbarland Libyen so? Warum zögert beispielsweise die EU sich in die Ereignisse in Libyen einzumischen? Und welche Interessen verfolgt eigentlich die Arabische Liga? Oder auch: Wie funktioniert so ein Atomkraftwerk eigentlich und wie war das damals noch gleich in Tschernobyl? Und wie lauten jetzt eigentlich die Regeln und was besagen die Gesetze, wenn die Bundesregierung beschließt, Verträge auszusetzen, die sie selbst unterschrieben hat?

All diese Fragen werfen noch viel mehr Fragen auf. Und da sich große Teile der schnell konsumierbaren Berichterstattung auf die aktuellen Ereignisse und oft nicht auf die Hintergründe konzentrieren, braucht es eben ein wenig Eigeninitiative. Und Perspektivenwechsel.

Toy Story 3

Mrz 13 2011 Published by in Gelb,Leinwand Kommentar hinterlassen

Seit jeher schätze ich Filme von Pixar sehr. Es ist eigentlich kaum zu glauben, doch bis jetzt hat Pixar in meinen Augen durchweg schöne Filme abgeliefert. Cars fand ich persönlich etwas enttäuschend, doch das kann gut und gerne daran liegen, dass ich ihn nur in der synchronisierten Fassung sehen konnte. Schlecht war aber auch dieser Film nicht. Nur wenige Filme schaffen es, den Charakteren derartig Leben einzuhauchen. Das schließt sogar Filme mit “echten” Darstellern ein.

Toy Story war der erste Film aus der Pixar-Schmiede. Ich weiss noch wie ich als Kind nicht so recht Interesse an dem Film hatte. Es habe damals oft gehört, das die Animationen noch nicht so gut wären, wie bei gezeichneten, animierten Filmen. Das stimmt vermutlich sogar, trotzdem funktioniert Toy Story auch Jahre später noch, im Gegensatz zu anderen – technisch besser animierten – Filmen. Der Charaktere, der guten Plot-Struktur, des Humors, der kulturellen Anspielungen wegen. Und es funktioniert auch im dritten Teil, den ich gestern endlich sehen konnte. Er gefällt mir sogar besser als Toy Story 2.

Denn alles Fleisch es ist wie Gras

Mrz 10 2011 Published by in Allgemein Kommentar hinterlassen

Mit diesen Tönen gehe ich momentan bevorzugt an meinen Hausarbeiten-Endspurt. Leider dramatisieren sie mein Fazit erheblich.